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Hühnereier ausbrüten - Wie du erfolgreich selber Eier ausbrüten kannst

Hühnereier ausbrüten - Wie du erfolgreich selber Eier ausbrüten kannst

Henne oder Ei - was war zuerst da? Diese Frage hat jeder von euch sicher schon oft gehört. Dabei ist sie aus wissenschaftlicher Sicht gar nicht so schwer zu beantworten. Das wird ersichtlich, sobald man einen Blick auf die Evolution wirft.

Doch welchen Evolutionsweg ist unser heutiges Haushuhn gegangen? 

Das heutige Haushuhn hat einen erstaunlich weiten Weg zurückgelegt. 1860 wurde in Bayern ein versteinerter Abdruck einer Feder gefunden, der darauf zurückschließen lässt, dass bereits vor 150 Millionen Jahren Vögel existiert haben. Diese stammen von Reptilien ab, die sich aus Amphibien entwickelt haben und diese wiederum aus Fischen.

Bedingt durch diese evolutionären Umstände lässt sich die Frage wie folgt beantworten: Es hat bereits Eier von diesen Spezien gegeben, bevor die ersten Vögel auf unserem Planeten existiert haben.

Ist das nicht faszinierend?

Und genau aus dem Grund möchten wir uns heute intensiver mit dem Thema Hühnereier ausbrüten auseinandersetzen und wie du dies selbst in die Hand nehmen kannst. 

Inhalt 

 

1. Kunstbrut oder Naturbrut?
2. Naturbrut: Eier durch die Glucke ausbrüten

3. Kunstbrut: Eier selber mit einer Brutmaschine ausbrüten
4. Was braucht man noch um Eier auszubrüten?    
5. Woher bekommt man Bruteier?
6. Kann man Eier aus dem Supermarkt ausbrüten?
7. Was ist die optimale Bruttemperatur für Hühnereier?
8. Brutplan für Hühner: Wie du einen Brutkalender erstellst
9. Eier schieren
10. Wie lange ist die Brutzeit bei Hühnern?
11. Anzeichen dafür, dass die Küken schlüpfen
12. Aufzucht der Küken vorbereiten
      12.1 Küken nach dem Schlüpfen füttern
13. Kann man Eier ohne Brutmaschine ausbrüten?

 

Kunstbrut oder Naturbrut?

Wie bei Allem heutzutage muss man sich die Frage stellen, ob man etwas natürlich geschehen lässt oder künstlich nachhilft. So stellt sich auch diese Frage bei der Brut von Hühnereiern - Kunstbrut oder Naturbrut? 

Leider lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten, da beide Methoden ihre Vor- und Nachteile haben. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass die Naturbrut grundsätzlich weniger Arbeit für den Züchter bedeutet, sie dafür aber nur grob planbar ist. Die Kunstbrut hingegen kann fast taggenau geplant werden, bedarf jedoch etwas mehr Aufwand durch den Züchter. Doch mit den richtigen Utensilien kann der Aufwand minimiert werden, weshalb die Kunstbrut für viele Züchter mit der Zeit interessanter geworden ist.  

Wodurch diese Unterschiede zustande kommen und was die beiden Brutformen ausmacht soll in den beiden folgenden Abschnitten erläutert werden.

Der Anblick eines Kükens bereitet jedem Freude

Naturbrut: Eier durch die Glucke ausbrüten

Die brütende Henne, die behutsame Pflege der Eier, die frisch geschlüpften Küken und die Fürsorge der Henne sind allesamt wunderbare Vorstellungen eines jeden liebevollen Züchters. Doch wie gelingt es, dass deine Hühner anfangen, die Eier zu brüten?

Deine Hennen werden ständig Eier legen, dies liegt in der Natur der Hühner und ist unabhängig von der Rasse. Ein gelegtes Ei bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Glucke, der offizielle Name einer brütenden Henne, die Brut aufnimmt. Ob die Glucke die Brut aufnimmt hängt von 2 Faktoren ab: der Hühnerrasse und der Nahrung. Einige Rassen und besonders Hühner aus künstlicher Brut sind brutfaul. Dies erschwert oftmals die natürliche Nachzucht und macht es sogar teilweise unmöglich. Entsprechendes Futterangebot kann jedoch den Bruttrieb der Tiere fördern, Roggen und Gerste sind dabei wahre Geheimtipps.

Roggen fördert den Bruttrieb vieler Hühnerrassen

Doch nicht aus jedem Ei kann ein Huhn schlüpfen, denn die Eier müssen zuvor befruchtet sein. Wenn also Nachwuchs auf natürlichem Wege erwünscht ist, bedarf es einem Hahn in deiner Schar. Sobald der Hahn Interesse an den Hennen zeigt, werden diese auf kurz oder lang mit der Brut befruchteter Eier beginnen. Sollte kein Hahn in der Schar vorhanden sein und die Hennen dennoch die Brut der Eiern aufnehmen, so sind die Bruteier unter den Glucken regelmäßig zu entnehmen. Andernfalls werden die Glucken eine lange Zeit auf diesen verbringen. 

Wieviele Eier eine Glucke brüten kann, hängt stark von der Rasse und der Größe der Eier ab. Meist werden so viele Bruteier gebrütet, wie unter die Glucke passen. Die Brutzeit beträgt dann insgesamt 3 Wochen. In diesem Zeitraum sorgt die Glucke für ein sauberes Nest und für die richtige Bruttemperatur sowie Luftfeuchtigkeit. 

Doch was ist der größte Vorteil der Naturbrut? Sobald die Küken geschlüpft sind beginnt die Glucke mit der Aufzucht und Erziehung der kleinen Küken. Das Sozialverhalten und die Anlagen zur späteren eigenen Bruttätigkeit werden den Kleinen bereits in den ersten Tagen mit auf den Weg gegeben. Das faszinierende ist, dass all das ohne das Eingreifen des Menschen geschieht. Das neu entstandene Leben soll durch die Naturbrut robuster und resistenter als künstlich gezüchtetes Leben sein

Die Naturbrut bringt leider auch einige Nachteile für den Züchter mit sich: 

  • Wie bereits erwähnt: nicht jede Rasse brütet oder gluckt gerne. Brutfaule Rassen müssen oftmals künstlich nachgezüchtet werden.
  • Der Zeitpunkt des Schlupfs kann nicht genau vorhergesagt werden, wodurch eine Planung relativ schwierig ist.
  • Die Planung wird außerdem durch den Bruttrieb geregelt. Bei einigen Rassen beginnt dieser erst im Frühjahr, was bei der vorgesehenen Verwendung der Hennen berücksichtigt werden sollte.
  • Die Anzahl der gebrüteten Eier kann stark variieren. Einige Rassen legen nur wenige Eier, die zeitgleich gebrütet werden können. 

Wenn du als Züchter über diese Kleinigkeiten hinwegsehen kannst, kann die Naturbrut für dich sicher eine Option sein. Der Mensch muss in keiner Weise eingreifen oder agieren und wird nach circa 3 Wochen mit dem Gezwitscher kleiner Küken beschenkt. 

Die Henne begleitet die Entwicklung der kleinen Küken.


Kunstbrut: Eier selber mit einer Brutmaschine ausbrüten

Der planbare, jahreszeitenunabhängige Schlupftermin und die Nachzucht brutfauler Rassen lassen Brutmaschinen für viele Züchter immer attraktiver werden. Alle Nachteile der Naturbrut können durch der Kunstbrut vermieden werden. Doch was genau versteht man unter Kunstbrut, wie brütest du Eier aus und was muss bei ihr beachtet werden?

Gerade für Anfänger erscheint das Thema Kunstbrut oft als sehr komplex. Doch mit ein wenig Vorwissen können selbst als Einsteiger mit der Hilfe eines Brutkastens Eier ausgebrütet werden. Dabei ist zwischen 2 Varianten von Brütern zu unterscheiden: 

  • Der Flächenbrüter wird aufgrund seiner Einfachheit und des Preises oft von Einsteigern bevorzugt. In einer Styroporbox wird ein Heizkabel eingehangen, dass abhängig des Temperaturfühlers automatisch an- und ausgeschaltet wird. Dieses heizt die Box auf, führt jedoch aufgrund fehlender Luftzirkulation zu unterschiedlichen Temperaturschichten. Bei der Platzierung der Bruteier muss daher auf die richtige Temperatur geachtet werden. Insgesamt können auf diese Weise üblicherweise 12 bis 50 Eier ausgebrütet werden.  
  • Der Motorbrüter verfügt über einen Ventilator, der zur Luftverwirbelung innerhalb des Brutkastens führt. Dadurch wird erreicht, dass der gesamte Rauminhalt des Brüters dieselbe Temperatur besitzt und somit die Eier nicht auf einer bestimmten Ebene platziert werden müssen. Außerdem werden in Motorbrütern die Eier automatisch gewendet. Auf diese Weise können circa 80 bis 500 Eier zeitgleich ausgebrütet werden.  Früher waren derartige Motorbrüter nicht unter 1000 € zu erhalten, doch mittlerweile kosten diese durchaus nur noch 250 - 350 €. 

Welche Brutmaschine für dich nun die richtige ist, ist davon abhängig, in welchem Umfang zu brüten möchtest und wieviele Arbeit du mit der Brut haben möchtest. Wir möchten unabhängig der geplanten Verwendung eine Empfehlung für Motorbrüter aussprechen. Auch wenn sie teurer sind als Flächenbrüter und mehr Platz in Anspruch nehmen, eignen sie sich sowohl für Zuchteinsteiger als auch für fortgeschrittene Züchter. Die Vorteile der gleichmäßigen Verteilung von Bruttemperatur und Luftfeuchte sowie der regelmäßige, automatische Wendevorgang überwiegen an dieser Stelle den Preisvorteil eines Flächenbrüters.

Innerhalb der Eierschalen läuft die vollständige Entwicklung der Küken ab.
 

Auch wenn die Kunstbrut einige Vorteile hinsichtlich Aufwand und Planbarkeit aufweist, gibt es viele Züchter, die sich vehement gegen die Verwendung von Brutmaschinen aussprechen. Brutmaschinen seien widernatürlich und die Küken müssen ohne Glucke groß werden. Das hätte zur Folge, dass die Küken weder das Sozialverhalten noch die Grundverhaltensmuster eines Huhns mit auf den Weg bekommen würden. Gerne möchten wir uns im Folgenden mit diesen beiden Themen intensiver auseinandersetzen.  

Die Kunstbrut ist widernatürlich, das ist allein dem Namen zu entnehmen. Schließlich handelt es sich dabei nicht um eine Naturbrut, sondern um eine künstliche Brut. Doch wir sehen hierin nicht nur Vorteile für den Züchter, sondern ebenfalls für die Küken. Durch die Planbarkeit des Schlupfs kann der Züchter sich genau auf diesen vorbereiten. Dies hat zur Folge, dass den Küken mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden kann, da der Schlupf nicht unerwarteterweise stattfindet. Außerdem kann auf diesem Wege eine tiefe Bindung zwischen Züchter und Tier entstehen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass ausgewachsene Tiere später zutraulicher und kontaktfreudiger sind als Hühner aus der Naturzucht. 

Um zu verhindern, dass die Küken das Sozialverhalten und die Grundverhaltensmuster nicht erlernen, gibt es einen simplen Trick. Die die Küken sollten der restlichen Schar nach wenigen Wochen hinzugefügt werden. Doch wann kann dies geschehen?

Circa 8 Wochen nach dem Schlupf kann mit der Integration der mittlerweile zu Junghennen herangewachsenen Küken begonnen werden. Dabei ist es wichtig, die Tiere langsam aneinander zu gewöhnen und sie nicht direkt in den Stall zu setzen. Grund dafür ist, dass sie andernfalls mit großer Wahrscheinlichkeit am unteren Ende der Hackordnung landen würden. Durch die langsame Eingewöhnung kann ein gutes Klima innerhalb der Schar erreicht werden. 

In einer Schar können Tiere verschiedenen Alters koexistieren. 

Gerne möchten wir in 3 einfachen Schritten erläutern, wie du eine langsame Integration in die restliche Schar erfolgreich meisterst. 

  1. Richte den Junghennen einen abgetrennten Bereich im Stall ein. Dies kannst du mit einem einfachen Zaun erreichen. Dadurch können sich die neuen Nachbarn an die Anwesenheit der Anderen gewöhnen.
  2. Nach wenigen Tagen kannst du den Zaun ein kleines Stückchen öffnen. Dadurch können die Junghennen in den Bereich der älteren Hühner gelangen, diesen erkunden und ersten Kontakt zu ihnen aufsuchen. Sollte es zu einer Auseinandersetzung kommen, können die Jungtiere sich in den geschützten Bereich zurückziehen. Hier werden sie - getrennt von der restlichen Gruppe - gefüttert und bekommen Wasser. 
  3. Sobald du beobachten kannst, dass die Junghennen nicht mehr stark gehackt werden, kann der Zaun vollständig entfernt werden. Dies kann je nach Hühnerrasse unterschiedlich schnell geschehen. Üblich sollte dies erst 3 bis 10 Tage nach dem Erstkontakt erfolgen. 

Eine derartige Integration in die Schar kann bei der Naturbrut schneller erfolgen. Sollten die Küken auf dem natürlichen Weg auf die Welt gekommen sein, können diese bereits 4 bis 6 Wochen nach dem Schlupf in die restliche Gruppe integriert werden. 

Mit ein wenige Geschick gibt es auch bei künstlich geschlüpften Hühnern einen Weg, die Küken von Beginn an in die Gruppe zu integrieren. Dazu ist erforderlich, dass eine deiner Glucken zeitgleich geschlüpfte Küken besitzt. Solltest du dies vom Timing her hinbekommen, wird deine Glucke mit ein wenig Glück die Küken aus der Kunstbrut auch als die ihren anerkennen und großziehen. Achte jedoch darauf, dass eine Glucke sich nicht um zu viele Küken kümmern kann. 

Glucken können mehrere Küken zeitgleich großziehen.

Was braucht man noch um Eier auszubrüten?

Tatsächlich benötigt es nicht mehr als einer Brutmaschine und ein wenig Fingerspitzengefühl deinerseits. Grundsätzlich sind bei der Kunstbrut nur 3 Dinge zu beachten: 

  • Bruttemperatur: 37,5 °C 
  • Luftfeuchte: 45 - 55 % Luftfeuchte
  • Regelmäßiges Wenden der Eier

Bei der Naturbrut werden diese Parameter von der Glucke kontrolliert und gesteuert, doch wie erreicht man dies bei der Kunstbrut? Zu Beginn mag es nach leicht einzuhaltenden Parametern klingen, doch eine exakte Einhaltung dieser Parameter ist essentiell wichtig für die Entwicklung deiner Küken. Solltest du nur marginal von den Parametern abweichen, so fällt die Schlupfrate rapide ab bzw. die Brut erfolgt komplett erfolglos. Doch wie kannst du diese Parameter exakt einhalten?

Grundsätzlich können die 3 oben genannten Parameter allesamt von der richtigen Brutmaschine übernommen werden. Wie im Abschnitt "Kunstbrut" bereits beschrieben, existieren für die Kunstbrut die Flächenbrüter und Motorbrüter. Wir empfehlen immer die Verwendung eines Motorbrüters, da dieser verschiedene Vorteile aufweist. Zum einen müssen die Eier nicht zeitgleich eingelegt werden, sondern die Brut kann ohne Unterbrechung mit verschieden alten Eiern ablaufen. Außerdem herrschen im Motorbrüter aufgrund des Ventilators überall die gleich Bruttemperatur und Feuchtigkeit, ebenso wird das Wenden vollständig durch den Brüter übernommen. Dies sorgt dafür, dass außerdem die richtige Temperatur innerhalb der Eier vorliegt. Moderne Brüter wenden die Eier sogar nur an den erforderlichen Tagen. Denn die Eier dürfen die ersten 3 Tage nach dem Brutbeginn und die letzten 2 Tage vor dem Schlupf nicht gewendet werden. 

Zu guter Letzt benötigt man für eine erfolgreiche Zucht die richtigen Bruteier. Woher du diese bekommst und was du dabei zu beachten hast, erfährst du im folgenden Abschnitt.

Die Einhaltung der exakten Temperatur ist essentiell für die Entwicklung des Kükens.

Woher bekommt man Bruteier?

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass Züchter selbst einen Hahn besitzen oder sich einen für einen gewissen Zeitraum ausleihen. Auf diese Weise werden von den Hennen befruchtete Eier gelegt, die jedoch nicht alle bedenkenlos zu verwenden sind. Bei der Auswahl der zu verwendenden Eier sollte jedoch auf verschiedene Kriterien geachtet werden: 

  • Die Eier müssen befruchtet sein. Wie du dies kontrollierst, findest du in dem Abschnitt Eier schieren.
  • Die Eier müssen eine eiertypische Form ausweisen. Zu runde oder zu spitze Eier sind nicht zu verwenden.   
  • Die Eier dürfen keine Verunreinigungen aufweisen → Das Waschen der Eier ist zu unterlassen
  • Die Eier dürfen nicht kaputt sein. Eier mit Dellen oder Rissen können nicht verwendet werden. Zur Kontrolle kann dafür eine Schierlampe verwendet werden. Mehr dazu in Abschnitt Eier schieren.
  • Die Eier müssen das Bruteimindestgewicht der jeweiligen Rasse erreicht haben. 
  • Die Eier müssen täglich mehrfach gewendet worden sein. 
  • Die Eier dürfen nicht älter als 10 Tage alt sein. 

Doch was passiert bei der Nichteinhaltung dieser Kriterien? In den meisten Fällen wird sich aus diesen Eiern kein Küken mehr entwickeln können bzw. das Kükenembryo wird in der Eierschale umkommen. Daher ist penibel darauf zu achten, die oben genannten Kriterien eingehalten worden sind.

Je nach Rasse sind die Eier unterschiedlich groß und schwer. 

Solltest du aufgrund eines fehlenden Hahns oder gar aufgrund fehlender Hennen keine befruchteten Eier haben, bist du zwangsläufig darauf angewiesen, die Bruteier auf einem anderen Wege zu beziehen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. 

Zum einen kannst du diese persönlich von Kleintierzuchtvereinen bzw. Sondervereinen zur Erhaltungszucht beziehen. Diese gibt es fast in jeder Stadt und können dich mit den gewünschten Eiern versorgen. Falls sie diese nicht vor Ort haben, haben die Vereine oftmals ein gutes Netzwerk, dass für derartige Zwecke hervorragend genutzt werden kann. 

Zum anderen kannst du das Internet für deine Suche nutzen. Viele Züchter haben mittlerweile Möglichkeiten entdeckt, die Eier auf die Weise zu verpacken, dass sie ungeachtet der Lieferdienstes unbeschädigt bei dir ankommen. Solche Bruteier findest du auf verschiedenen Webseiten oder Kleinanzeigeportalen. Doch bei der Wahl des passenden Onlinezüchters ist Vorsicht geboten. Mittlerweile gibt es gerade online viele unseriöse Züchter. Verlass dich daher am besten auf Erfahrungswerte von Freunden und Bekannten oder auf die Bewertungen anderer Kunden. 

Kann man Eier aus dem Supermarkt ausbrüten?

Grundsätzlich lässt sich diese Frage mit Nein beantworten. Das liegt vor allem daran, dass die üblicherweise im Supermarkt erhältlichen Eier nicht befruchtet sind. Die Eier werden heutzutage explizit maschinell darauf geprüft, ob sie befruchtet sind oder nicht. Außerdem werden die für eine erfolgreiche Brut erforderlichen Temperaturen, die Zeitpunkte und das erforderliche Wenden der Eier nicht eingehalten. 

Wie einige Test jedoch schon gezeigt haben, kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Küken aus den Eiern im Supermarkt schlüpfen können. Dies hat die folgenden Grunde: 

  • In der Industrie werden teils so große Gruppen an Hühnern gehalten, dass es vorkommen kann, dass sich unbemerkt ein Junghahn unter den Hennen aufhält. Es besteht daher die Möglichkeit, dass dieser bis zum Zeitpunkt des entdeckt werdens einige Eier befruchten kann. 
  • Gerade bei Bio-Eiern aus der Freilandhaltung kann es vorkommen, dass die Eier befruchtet sind. Hier werden teilweise Hähne absichtlich in der Schar gehalten, da diese natürliche Feine wie den Habicht fernhalten sollen. Trotz strenger Qualitätskontrollen kann es daher vorkommen, dass sich befruchtete Eier in den Handel verirren.

Wichtig ist uns jedoch zu betonen, dass auch befruchtete Eier bedenkenlos gegessen werden können. Die befruchteten Eier sind den unbefruchteten Eier optisch und geschmacklich identisch. Wenn Eier unter 25 °C gelagert werden, wird es zu keiner weiteren Zellteilung kommen. Daher besteht keine Sorge, dass eines Tages ein Küken aus dem Kühlschrank hüpft. 

 

Es kann vorkommen, dass sich unter den Eiern im Supermarkt ein befruchtetes “schwarzes Ei” befindet.

Was ist die optimale Bruttemperatur für Hühnereier?

Die optimale Bruttemperatur bei der künstlichen Brut beträgt 37,5 °C. Diese ist zwingend die gesamte Brutzeit von 21 Tagen konstant zu halten. Andernfalls kann es vorkommen, dass die Entwicklung des Küken beeinträchtigt wird und die Schlupfquote verringert wird.  

Brutplan für Hühner: Wie du einen Brutkalender erstellst

Bevor wir uns mit der Frage beschäftigen, wie ein Brutkalender zu erstellen ist, muss zu Beginn die Frage geklärt werden, was genau ist überhaupt ein Brutplan?

Die Erläuterung steckt in der Bezeichnung selbst. Ein Brutplan gibt dir eine Übersicht darüber, wann und was du bei der Verwendung einer Brutmaschine zu beachten hast. Er gibt  dir also Auskunft darüber, 

  • wann welche Temperatur einzustellen ist,
  • wann welche Feuchtigkeit einzustellen ist,
  • wann deiner Eier zu wenden sind,
  • und wann welche Besonderheiten zu beachten sind.  

Da diese Parameter je nach Verwendung eines Flächenbrüters oder Motorbrüters unterschiedliche Gewichtungen haben, ist die Verwendung eines Brutplans gerade für Anfänger sehr empfehlenswert. Worin sich die Brüter im Detail unterscheiden findest du in Abschnitt Kunstbrut: Eier selber mit einer Brutmaschine ausbrüten

Je nachdem ob du Eier von Wachteln, Enten oder Hühnern im Flächenbrüter oder Motorbrüter ausbrüten willst, stehen dir zahlreiche Beispielpläne im Internet zur Verfügung. Bevor du dich blind auf einen verlässt, empfehlen wir dir diesen zunächst mit anderen Plänen zu vergleichen und anschließend einen passenden Plan zu verwenden. 

Eier schieren

Für viele Züchter gehört das sogenannte Eier schieren zu den spannendsten Moment während der Brut. Mit Schieren wird die in der Praxis angewandte Methode bezeichnet, mit der man erkennen kann, ob das Ei befruchtet ist, in welchem Zustand sich das Kükenembryo befindet oder ob Brutfehler vorliegen. Dazu wird das Ei in einem dunklen Raum mit einer hellen Taschenlampe oder einer Schierlampe durchleuchtet. Zweitere ist heller als handelsübliche Taschenlampen und durchleuchtet dadurch die Schale besser. Du wirst beeindruckt sein, wieviel man bereits nach wenigen Tagen im Ei erkennen kann. Doch was ist zu sehen und wie sind die Dinge zu deuten?

Abhängig von der Schalendicke der verschiedenen Rassen ist spätestens an Tag 5 zu erkennen, ob das Ei befruchtet ist oder nicht. Ist das Ei befruchtet, ist ein Netz aus Adern und Blutgefäßen auf der Innenseite des Eis zu erkennen. Fehlen dieses, ist das Ei nicht möglicherweise befruchtet. Außerdem sollte der Embryo bereits als kleiner Punkt sichtbar sein. 

Sollte nichts zu sehen sein, gib die Hoffnung bitte noch nicht auf sondern gedulde dich bis zum 12. Tag. Um kenntlich zu machen um welche Eier es sich handelt, kannst du diese mit einem Bleistift markieren. Sollte danach im Inneren des Eis immer noch nichts zu erkennen sein, kannst du das Ei nun guten Gewissens entnehmen. 

Selbst nach der Geburt sind die Adern auf der Innenseite der Eierschale sichtbar.

Sollte das Ei jedoch befruchtet sein, nimmt das Küken am 12. Tag der Entwicklung bereits einen Großteil des Bruteis ein. Bewegungen sind nun deutlich zu erkennen. Sei nicht enttäuscht, wenn sich dein Küken nicht bewegen sollte. Manche schlafen während des Schierens.

Im weiteren Verlauf der Entwicklung wird das Küken nach und nach mehr Platz im Ei einnehmen und die Luftblase am stumpfen Ende des Eis wird an Größe zunehmen. Diese dient dem Küken beim Schlupf als Sauerstoffreserve.  

Leider kommt es zeitweise vor, dass ein Küken oder der Keim im Ei verstirbt. Dies ist unter anderem an den folgenden 3 Merkmalen zu erkennen: 

  • Es entsteht ein Blutring, auch Hexenring genannt. Dieser ist beim Schieren eindeutig zu erkennen und deutet darauf hin, dass der Keim abgestorben ist. 
  • Eier riechen nach Schwefel. Solltest du nicht sicher sein, ob eins deiner Eier abgestorben ist, dann riech nach ein paar Tagen an dem entsprechenden Ei. Ein unangenehmer Schwefelgeruch wird von diesem ausgehen. 
  • Luftblase sehr groß und dunkles Innere. Ein weiteres Anzeichen für ein abgestorbenes Ei ist das dunkle Ei-Innere und eine verhältnismäßig große Luftblase. 

Sollte eines dieser Merkmale bei einem deiner Eier zu beobachten sein, ist dieses sofort aus der Brutmaschine zu entnehmen. Und mach dir keine Gedanken. Nicht jedes verstorbene Ei ist auf einen Fehler deinerseits zurückzuführen. 

Wie lange ist die Brutzeit bei Hühnern?

Wer sich die Brut von Küken zum Ziel gesetzt hat, wird es kaum erwarten können seine kleinen Zöglinge endlich zu Gesicht zu bekommen. Und keine Sorge: Bei Hühnern fällt die Brutzeit verhältnismäßig kurz aus. Egal ob Kunstbrut oder Naturbrut, die Brutzeit beträgt circa 20 bis 21 Tage. Abhängig von der Umgebungstemperatur kann es zu einem Tag Varianz kommen, das ist jedoch völlig normal und kein Grund zur Unruhe. Doch was passiert innerhalb dieser 3 Wochen und welche Stadien durchläuft das Küken? 

Die ersten 3 Tage in der Entwicklung des Kükens sind die entscheidendsten. Die Embryos sind in diesem Zeitraum derart empfindlich, dass die Eier nicht gewendet werden dürfen und der Brutkasten nicht geöffnet werden darf. Die Bruttemperatur ist exakt bei 37,5 °C zu halten und die Luftfeuchte sollte circa 50 % betragen. Sofern diese Parameter eingehalten werden, entwickelt sich der Embryo bereits zu einer stolzen Größe von 5 - 7 mm. 

In den Tagen 4 bis 18 sind die Bruttemperatur und Luftfeuchte weiterhin konstant zu halten. Achte darauf, den Vorratsbehälter der Brutmaschine ständig mit frischem Wasser zu füllen und die Eier täglich 5 bis 8 Mal zu wenden. Am 5. und am 12. Tag sollten die Eier geschiert werden. Mit einer starken Taschenlampe kann somit in einem dunklen Raum durch die Eierschale geblickt und die Entwicklung des Embryos beobachten werden. Mehr dazu findest du unter in Abschnitt Eier schieren.

Tag 19 bis zum Schlupf: Nicht mehr lange und deine Kleinen werden das Licht der Welt erblicken. Auch in diesen letzten Tagen ist auf das Wenden der Eier zu verzichten. Der Motorbrüter wird dies alleine übernehmen, bei einem Flächenbrüter sind die Bruteier aus der Wendeeinrichtung zu nehmen und auf eine Schlupffläche innerhalb des Brüters zu legen. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit lässt die Schalen am Tag des Schlüpfens weicher werden und begünstigt ein Aufbrechen der Schale. Wie es ab diesem Zeitpunkt weiter geht, erfährst du unter Anzeichen für das Küken schlüpfen.

Auch das künstlich gebrütete Küken benötigt 21 Tage für die Entwicklung.

Anzeichen für das Küken schlüpfen

Obwohl sich der Zeitraum des Schlupfs zwar durch die Anhebung der Luftfeuchte etwas beeinflussen lässt, kann dieser nicht genau vorhergesagt werden. Umso wichtiger ist es also, dass auf kleine Anzeichen geachtet wird, die den Schlupf ankündigen. 

  1. Die Eier wackeln leicht. Ein eindeutiges Zeichen, dass es bald losgeht, ist das leichte Wackeln der Eier. Dieses zeigt, dass die Küken anfangen aktiv zu werden und leicht von Innen gegen die Eierschale picken.
  2. Man hört die ersten Küken leise Piepsen. Zu diesem Zeitpunkt ist es vereinzelten Hühnern gelungen die Eihaut zu durchstoßen. Ihr leises Piepsen ist eindeutig zu vernehmen.
  3. Das erste Loch in der Eischale. Doch dies ist erst der Anfang des Schlupfvorgangs. Es kann bis zu 12 Stunden dauern, bis sich das Küken vollständig aus der Eierschale befreien kann.

Während des gesamten Vorgangs des Schlüpfens gibt es eine goldene Regel: Hilf dem Küken nicht aus dem Ei. In den meisten Fällen schaffen die Küken dies aus eigener Kraft. Sollte der seltene Fall eintreten, dass die Eihaut am Küken festtrocknet und somit ein “Entkommen” aus dem Ei nicht mehr möglich sein wird, kann ein wenig Hilfe dem ein oder anderen Küken das Leben retten. Aber beachte, dass dies erst im äußersten Notfall anzuwenden ist. Andernfalls läufst du Gefahr, dass der Dottersack vom Küken noch nicht vollständig eingezogen worden ist. Diese wird die Küken die kommenden Tage mit ausreichend Energie versorgen. 

Aufzucht der Küken vorbereiten

Hat das Küken es schlussendlich aus dem Ei geschafft, so wird dieses Aufgrund der Anstrengungen die ersten paar Minuten regungslos an Ort und Stelle liegen bleiben. Sobald die Federn anfangen zu trocknen, nimmt es jedoch an Bewegungsdrang auf und nach kurzer Zeit kann man das kükentypische Gewusel beobachten

Ab diesem Zeitpunkt stellen Küken keine großen Ansprüche mehr und sind relativ leicht zufrieden zu stellen. Sie werden in den kommenden Tagen und Wochen nichts außer Wärme, dem geeigneten Futter und frischem Wasser benötigen. Da der im Schlüpfvorgang über die Nabelöffnung aufgenommene Dottersack für die ersten zwei Tage ausreichend Energie liefern wird, können die Küken ruhigen Gewissens in der Brutmaschine gelassen werden. So kann die Feuchtigkeit im Brüter gehalten werden und die noch schlüpfenden Küken haben etwas Ruhe. 

Küken sind kurz nach der Geburt bereits sehr wuselige Tiere.

Sobald du die Tiere dem Brüter entnimmst, sind diese in eine Kinderstube zu geben. In dieser sollte das passende Futter, frisches Wasser und eine Wärmequelle vorhanden sein. Doch was ist die richtige Wärmequelle und was ist das richtige Futter? Mehr zum richtigen Futter findest du unter  Küken nach dem Schlüpfen füttern.

Für die folgenden Tage und Wochen ist eine der folgenden Wärmequellen zu verwenden: 

  1. Wärmelampe: Wärmelampen sind in der Lage, nur zu einem geringen Teil sichtbares Licht zu erzeugen. Die Großteil der Energie wird in Wärmestrahlung umgewandelt. Bei der Einstellung einer Wärmelampe ist etwas Erfahrung erforderlich, da diese zu heiß eingestellt werden kann. 
  2. Gewöhnliche Glühbirne: Handelsübliche Glühbirnen mit einer Leistung von 60 bis 80 Watt können ebenfalls als Wärmequelle verwendet werden. Dies ist jedoch als Notfalllösung zu betrachten, da von diesen Lampen ein erhöhtes Brandrisiko hervorgeht. 
  3. Wärmeplatte: Die speziell für die Kükenaufzucht entworfenen Wärmeplatten sind unsere absolute Empfehlung. Die auf höhenverstellbaren Füßen sitzende Platte spendet den Küken nicht nur die erforderliche Wärme, sondern bietet ihnen im selben Moment Schutz. Oftmals wird sie als naturnahe Alternative zur Glucke gesehen. 

Küken unter einer Wärmelampe. Eine Wärmequelle ist für sie überlebenswichtig. 

Küken nach dem Schlüpfen füttern

Bei der Fütterung der frisch geschlüpften Küken sollte auf besonderes Futter zurückgegriffen werden. Bei der Verwendung von normalem Hühnerfutter wird es unweigerlich zu einem Nährstoffdefizit kommen. Aus diesem Grund gibt es speziell erzeugtes Kükenstarterfutter, sowie Kükenaufzuchtfutter. Doch was genau ist daran anders als am herkömmlichen Hühnerfutter?

Kükenstarter kann in den ersten 3 Wochen nach dem Schlüpfen als Alleinfutter  verwendet werden. Dieses kann in Mehl- oder Pelletform an die Tiere verabreicht werden und beinhaltet die erforderliche Konzentration an Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Diese sind für das schnelle Wachstum und die Vitalität erforderlich. 

Ebenso ist für eine Schale mit Sand und stets frischen Wasser zu sorgen. Dies hilft bei der Verdauung. Das Wasser sollte dabei aus einer Stülptränke aufgenommen werden, somit kann vermieden werden, dass die Küken in das Wasser koten. Stets ist auf das Höchstmaß an Sauberkeit zu achten.

Die Kükenstarter können mit und ohne einen Impfstoff gegen Coccidiose oder Kokzidiose verfüttert werden. Dies ist eine Erkrankung durch Einzeller, die den Darm der Tiere befällt und meist tödlich endet. Mehr zu dieser und weiteren Erkrankung bei Küken findest du in diesem Blogbeitrag von uns.

Nach den ersten Wochen kann Kükenaufzuchtfutter verwendet werden. Da die heranwachsenden Küken andere Ansprüche an die Vitaminisierung und Mineralstoffzufuhr stellen, ist dieses Futter optimal auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt. Doch schnell wirst du merken, dass dieses Futter allein nicht ausreichen wird und die Küken zugefüttert werden müssen. Als zusätzlicher Energielieferant bieten sich hervorragend Maiskörner an. 

Geheimtipp: 

Insektenfutter soll aktuell unter vielen Züchtern als Geheimtipp gelten. Von einigen Anbietern kann aus Insekten gewonnenes Mehl bezogen werden, dass als Ergänzungsfuttermittel die benötigten Nährstoffe abdecken kann und aufgrund der Größe hervorragend von den Küken aufgenommen werden kann. 

Insekten werden von Küken mit Begeisterung verzehrt und füllen ihren Bedarf an Nährstoffen.

Nach 8 Wochen sollte spätestens auf normales Hühnerfutter oder Junghennenfutter umgestiegen werden. Bereits nach der 7. Woche sollte damit begonnen werden die Kleinen an der gröbere Futter zu gewöhnen. Unserer Meinung ist bei viel Auslauf und abwechslungsreichen Futter normales Futter ausreichend. 

Grundsätzlich ist darauf zu achten das Kükenfutter in einem Futterspender anzubieten und es gegebenenfalls auf ein Holzbrett zu stellen. Dies sorgt dafür, dass die Küken weniger ins Essen Koten und nicht so viel Einstreu in das Futter gelangt. Somit wird verhindert, dass sich Keime im Futter ausbreiten können, die womöglich zum Tod der Küken führen kann. 

 

Kann man Eier ohne Brutmaschine ausbrüten?

Selbstverständlich gibt es Alternativen zu einem in Kunstbrut: Eier selber mit einer Brutmaschine brüten beschriebenen Flächen- oder Motorbrüter. Ob diese genau so hohe Schlupfquoten haben, sei vorerst dahingestellt.

  • Rotlichtlampe: Diese Methode verzeichnet wohl die geringste Schlupfquote der hier vorgestellten Varianten. Dennoch konnten auf diese Art und Weise schon Küken zur Welt gebracht werden. 

Die Schwierigkeit liegt in diesem Fall nicht darin das Ei mit ausreichend Wärme zu versorgen, es zu wenden oder für genügend Sauerstoff am Ei zu sorgen, sondern an der Versorgung mit ausreichend Feuchtigkeit. Mithilfe von Schwämmen oder nassen Tüchern kann versucht werden die Feuchtigkeit konstant zwischen 45 und 55  % zu halten, die Erfolgschancen sind jedoch relativ gering. 

  • Aquarienmethode: Ausgediente Aquarien können bei der Kunstbrut von Bruteiern wieder neu zum Leben erweckt werden. Doch auch hier fällt die Schlupfquote  meist gering aus. 

Hierzu wird das Becken mit Wasser gefüllt und mit dem Heizstab auf eine Wassertemperatur von 38,5 °C erwärmt. Darin platziert man einen Befäß mit den zu brütenden Eiern. Achte darauf, dass die Ränder hoch genug sind, so dass die Hühner nach dem Schlüpfen nicht in das Wasser gelangen können. 

In diesem Fall ist ebenfalls die Einhaltung der Temperatur, das Wenden und auch die Sauerstoffzufuhr nicht das Problem. Erneut stellt die Einhaltung der Feuchtigkeit das Problem dar. Diesmal droht die Feuchtigkeit jedoch zu hoch zu sein. Wir raten daher die Feuchtigkeit regelmäßig zu kontrollieren.

  • Reptilieninkubator: Diese Inkubatoren werden für die Brut von Reptilieneiern genutzt und ähneln den Flächenbrütern. Das Unterschied: Sie sind meist kleiner und die Feuchtigkeit der Reptilieninkubatoren lässt sich oftmals nicht so niedlich einstellen wie erforderlich. Auch die Sauerstoffzufuhr kann hier ein Problem darstellen. 

Wie du sicher bemerkt hast, stellt fast in allen 3 Varianten die Feuchtigkeit die größte Herausforderung dar. Eine ständige Überwachung dieses Wert ist daher bei allen 3 Methoden unerlässlich. Außerdem raten wir jedem von Brutversuchen auf den oben genannten Wegen ab. Seid euch bewusst, dass hier mit einer Lebensform gehandelt wird, die bei der geringsten Abweichung der Werte umzukommen droht. Dieses Risiko ist es nicht wert, weshalb wir dringlichst an den Kauf eines Flächen- oder Motorbrüters appellieren.

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