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Schwarze Soldatenfliegen Larve: Das Superfood unter den Futterinsekten!

Schwarze Soldatenfliegen Larve: Das Superfood unter den Futterinsekten!

Inhalt 

1. Woher kommt die Schwarze Soldatenfliegenlarve?
2. Woher kommt der Name Schwarze Soldatenfliegenlarve?

3. Wie werden Soldatenfliegenlarven gezüchtet?
4. Was fressen Soldatenfliegenlarven?
5. Wie werden Soldatenfliegenlarven getrocknet?
6. Wie lagert man Soldatenfliegenlarven und andere Futterinsekten am besten?
7. Welche Nährstoffe enthalten schwarze Soldatenfliegenlarven?
8. Soldatenfliegenlarven vs. Mehlwürmer

9. Kann man die schwarze Soldatenfliegenlarve lebend kaufen?


Woher kommt die Schwarze Soldatenfliegenlarve?

In Asien, Lateinamerika und Afrika ist der Verzehr von Insekten seit langer Zeit üblich. Dies liegt vor allem daran, dass Insekten in eben diesen Regionen ihren Ursprung haben. So ist es ebenfalls bei der schwarzen Soldatenfliege.

Das Insekt stammt aus den tropischen und subtropischen Regionen Amerikas und wurde erstmals dort entdeckt. Dies lässt sich auf die geologischen und thermischen Gegebenheiten zurückzuführen, die das Insekt zum Leben benötigt. Im Laufe der Zeit wurden die Fliegen durch den Menschen weltweit verbreitet, so dass sie mittlerweile in fast allen wärmeren Regionen der Welt anzutreffen sind.

Auch wenn du Sie höchstwahrscheinlich noch nie zu Gesicht bekommen hast, in Deutschland ist sie vereinzelt auch schon entdeckt worden.

Woher kommt der Name Schwarze Soldatenfliegenlarve?

Zugegebenermaßen ist der Name der schwarzen Soldatenfliege eher außergewöhnlich und du hast dir sicher schon die Frage gestellt, woher ein Insekt einen derart eindrucksvollen Namen erhält. Die Erklärung ist recht einfach. 

Das Insekt ist der Ordnung der Zweiflügler zuzuordnen und gehört zu der Familie der Waffenfliegen. Dieser Familie sind weit über über 2500 verschiedene Fliegenarten zugehörig, doch welche Gemeinsamkeit haben all diese Fliegen? Tragen diese Arten besonders große Stachel oder Kauwerkzeuge als Waffen mit sich herum?

Zum Glück ist beides nicht der Fall. Diese Arten weisen lediglich eine auffällige Färbung auf, die augenscheinlich an alte Uniformen erinnert. So ist es auch bei der schwarzen Soldatenfliege. Ihr rundum schwarzer Körper wird von sechs Beinen getragen, deren Spitzen auffällig weiß sind. Dies ruft in vielen die Assoziation einer eleganten, altertümlichen Uniform hervor. Doch trotz des eindrucksvollen Namens ist die Schwarze Soldatenfliege, oder Hermetia Illucens, völlig harmlos. Sie verfügt weder über einen Stachel noch Kauwerkzeug, geschweige denn einen Mund. Dies macht die Fliege gegenüber vielen anderen Insekten attraktiv, da sie aufgrund ihrer Anatomie uns Menschen weder Schmerzen zufügen kann noch mit Bissen oder Stichen Krankheiten überträgt. 

Weiße Beine der schwarzen Soldatenfliege
Die weißen Beine der schwarzen Soldatenfliege erwecken den Anschein einer alten Uniform.

Wie werden Soldatenfliegenlarven gezüchtet?

Solange bei der Zucht die richtigen Parameter eingehalten werden, ist die Zucht der Schwarzen Soldatenfliegenlarve verhältnismäßig einfach. Da die verschiedenen Parameter genau einzuhalten sind, sollten sie jedoch rund um die Uhr überwacht werden. Dies ist ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Die Zucht ist zeitintensiv. 

Wenn ihr es trotzdem mal mit der Zucht selber probieren möchtet, erklären wir euch, was ihr beachten solltet. Vorher müssen wir aber verstehen, wie die verschiedenen Entwicklungsstufen des Insekts aussehen. Drei Schritte sind dafür wichtig:

  • Entwicklungsstadien
  • Aufzucht
  • Fortpflanzung

Entwicklungsstadien

Da die Black soldier fly, kurz BSF, ein holometaboles Insekt ist, läuft die sogenannte Metamorphose in mehreren Stufen ab. Dieser Zyklus dauert fünf bis sechs Wochen. Andere Insekten hingegen durchlaufen nicht zwangsläufig alle Entwicklungsstadien.

Darstellung der verschiedenen Entwicklungsstadien während der Metamorphose

Darstellung der verschiedenen Entwicklungsstadien während der Metamorphose.

Wahrscheinlich erkennst du, dass die verschiedenen Stadien sich optisch voneinander unterscheiden. Doch darüber hinaus stellt das Insekt zu verschiedenen Entwicklungsfortschritten unterschiedliche klimatische Ansprüche. Diese sind für die Aufzucht entscheidend. Um das zu verdeutlichen, haben wir in der folgenden Tabelle einige Unterschiede erfasst.

Larvenstadium:

Soldatenfliegenlarven Natur

Optische Merkmale:

  • 1 - 25 mm groß
  • Weiß

Bedürfnisse:

  • Ausreichend Luftfeuchtigkeit
  • Nähe zur Futterquelle
  • Wenig Licht / Dunkelheit

Fressverhalten:

  • Maximale Futteraufnahme 

 

Puppenstadium:

Schwarze Soldatenfliegenlarven Puppenstadium

Optische Merkmale:

  • 2 - 3 cm groß
  • Schwarz
  • Hart

Bedürfnisse:

  • Trockenheit
  • Helligkeit

Fressverhalten:

  • Keine Nahrungsaufnahme 

 

Fliegenstadium:

Schwarze Soldatenfliege

Optische Merkmale:

  • 2 - 3 cm groß
  • Uniform

Bedürfnisse:

  • Hohe rel. Luftfeuchtigkeit
  • Extrem viel Licht 
  • Ausreichend Platz zum Fliegen

Fressverhalten: 

  • Keine Nahrungsaufnahme

Wie du sicher bemerkt hast, ähneln sich die einzelnen Stadien nur geringfügig. Die Differenzen in der Futteraufnahme sind jedoch die am spannendsten. Während die Larve zu Beginn ihres Lebens unersättlich erscheint, besitzt die ausgewachsene Fliege keinen Mund um überhaupt Nahrung aufzunehmen. Der einzige Sinn ihres kurzen Lebens ist die Paarung und die anschließende Eiablage. 

Aufzucht

Um mit der Zucht der schwarzen Soldatenfliege beginnen zu können, benötigst du folgende Utensilien: 

  • Zuchtbehälter
  • Futtersubstrat
  • Eine Räumlichkeit, die konstanten Luftaustausch erfährt
  • Ein Netz bzw. “Lovecage” 
  • Eier der schwarzen Soldatenfliege
  • Eine Lampe mit entsprechender Lichtausbeute
  • Heizgeräte
  • Luftbefeuchter

All dies sollte dir ermöglichen, eine erfolgreiche Zucht umzusetzen. Behalte jedoch im Auge, dass eine Abweichung der Parameter wie Beleuchtungsdauer, Art und Menge des Futters, Temperaturen, Anzahl der Larven pro Zuchtbehälter, Lichtintensität und Feuchtigkeit die Entwicklung der Larven maßgeblichen beeinflussen wird. 

Zuchtbehälter mit Larven der BSF und ihren Ausscheidungen

Zuchtbehälter mit Larven der BSF und ihren Ausscheidungen.

Sobald du die oben genannten Utensilien zur Hand hast, kann es auch schon losgehen. Zu Beginn werden die Eier der schwarzen Soldatenfliege und eine geringe Menge des Futters in den Zuchtbehälter gegeben. Dabei ist darauf zu achten, die Eier nicht durch das Eigengewicht des Futters zu zerdrücken. Die Eier sollten sich dennoch in der Nähe des Futters befinden, da die Larven zu Beginn noch sehr klein sind und keine großen Distanzen zurücklegen können. Nach nur wenigen Tagen werden die ersten kleinen Larven schlüpfen. Ab diesem Zeitpunkt haben die Larven nur noch eins im Sinn: Fressen, und damit beginnen sie unmittelbar nach dem Schlüpfen. 

Innerhalb der nächsten Tage solltest du immer dafür sorgen, dass ausreichend Futter im Zuchtbehälter vorhanden ist, denn die Larven können täglich ein Vielfaches ihres Körpergewichts an Nahrung aufnehmen. Da anfangs die Anzahl geschlüpfter Larven für dich schwer abzuschätzen sein wird, wird zu diesem Zeitpunkt deine größte Herausforderung sein, die Futtermenge richtig zu bemessen. Da der Umsatz an Futter-Substrat von der Beschaffenheit, Feuchtigkeit, Temperatur und der Dichte abhängt, sollten die Boxen mehrfach täglich kontrolliert  und gegebenenfalls nachgefüttert werden.

Bei der Futtermenge gilt folgender Richtwert:
50-100 mg feuchtes Substrat / Tag pro Larve

Wichtig dabei ist, dass das Substrat eine gewisse Grenzfeuchte nicht überschreitet. Andernfalls kann es es zu anaeroben Werten im Futter kommen, was zur Folge hätte, dass diese Bereiche zum einen verklumpen und zum anderen eine Quelle gesundheitsschädlicher Keime darstellen. 

Die Anzahl an Larven innerhalb eines Zuchtbehälters spielt bei der Aufzucht zusätzlich eine entscheidende Rolle. Ist die Dichte an Insekten zu hoch, steigt die Temperatur im Behälter derart an, dass die Larven in der Hitze umkommen können. Ist die Dichte zu gering, wird die Temperatur nicht ausreichen, um den Stoffwechsel ausreichend anzutreiben. Folglich bewegt die Larve sich wesentlich weniger und wird nicht ausreichend fressen. Das Resultat: Schimmelbildung an unverdauten Futterresten. 

In der Literatur findet man daher häufig Angaben über 45.000 Larven pro Quadratmeter als optimale Dichte der Larven. 

Nach circa 2-3 Wochen hat sich die Junglarve zu einer Vorpuppe entwickelt und ist nun gänzlich ausgewachsen. Die Besonderheit dabei ist, dass sich das Fresswerkzeug des Insekts zurückgebildet hat und durch eine Art Haken ersetzt wird. Somit ist die Puppe nicht mehr in der Lage Nahrung aufzunehmen, sondern sie beginnt mit der Suche nach einem trockenen, gut belichteten Plätzchen. Der Haken dient somit einerseits der Fortbewegung, welche durch den mittlerweile bräunlichen, härteren Panzer erschwert wird, und andererseits der schlussendlichen Fixierung an beispielsweise einer Baumrinde.

Verpuppung Schwarze Soldatenfliegenlarven im fortgeschrittenen Stadium

Schwarze Soldatenfliegenlarven im fortgeschrittenen Stadium. der Panzer beginnt sich zu verfärben, bald beginnt die Suche nach einem Örtchen für die Verpuppung.

Ab dem Zeitpunkt, zu dem sich die Larven bräunlich färben, ist die Futterzufuhr einzustellen. Da sich die Larven jedoch meist unterschiedlich schnell entwickeln und sie somit nicht zeitgleich das Vorpuppenstadium erreichen, solltest du für die Larven in geringen Maßen nachfüttern. Andernfalls riskierst du, dass die Entwicklung der noch weniger entwickelten Larven stagniert und diese das Vorpuppenstadium nicht beziehungsweise sehr verzögert erreichen. Sei jedoch vorsichtig: Bei zu viel Futter entstehen anaerobe Bereiche und die erhöhte Luftfeuchtigkeit kann die bereits verpuppten Larven schimmeln lassen.

Fortpflanzung

Gehen wir davon aus, dass deine Larven allesamt das Vorpuppenstadium erreicht haben. Was sind die nächsten Schritte, um die Paarung der Fliegen herbeizuführen? Die Fortpflanzung deiner schwarzen Soldatenfliege birgt weitere Herausforderungen, doch selbst diese können gemeistert werden. 

Beginnen wir mit den ersten Vorkehrungen: Um zu vermeiden, dass du nach kurzer Zeit deine gewählte Räumlichkeit voller Fliegen der BSF hast, solltest du ein Netz aufspannen. Achte darauf, dass das Netz einige Kubikmeter an Raum bietet, denn ausreichend Freiraum zum Fliegen ist für die Soldatenfliege essentiell. Da es in diesem Netz ausschließlich um die Fortpflanzung gehen wird, bezeichnen wir diesen Ort im weiteren Verlauf des Beitrags als Lovecage.

Soldatenfliegenlarven Züchtung Lovecage

Sobald du den Lovecage an einem geeigneten Ort eingerichtet hast, solltest du die sich im Vorpuppenstadium befindlichen Larven nun allesamt in das Netz umsiedeln. Unter den richtigen Bedingungen schlüpfen nach wenigen Tagen aus den Puppen die ersten Fliegen, die sich im gesamten Lovecage verteilen werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten hier die richtigen Parameter für die Fortpflanzung vorherrschen. 

Was benötigt die Fliege für die Fortpflanzung?

  • Ausreichend Platz zum Fliegen
  • Hohe relative Luftfeuchte
  • Licht
  • Wärme

Ausreichend Raum zum Fliegen wird benötigt, da sich zum einen die Fortpflanzung in der Luft abspielt und zum anderen die Fliegen viel Sitzflächen benötigen. Ein großes Netz bietet diese Flächen und hat den Vorteil, dass die Insekten von außen beobachtet werden können.

Eine hohe relative Luftfeuchtigkeit ist für das Insekt zwingend erforderlich. Da das Insekt seit dem Erreichen des Vorpuppenstadiums nicht mehr über ein Fresswerkzeug verfügt, nimmt es die notwendige Feuchtigkeit über die Haut auf. Ein automatischer Luftbefeuchter kann Abhilfe schaffen. Achte hierbei besonders darauf, dass sich die Feuchtigkeit gleichmäßig im Raum verteilt.

Außerdem benötigt die schwarze Soldatenfliege zur Fortpflanzung Licht. Und zwar viel Licht. In Deutschland sind die Gegebenheiten und das Tageslicht am Fenster meistens nicht ausreichend.

Zu guter Letzt benötigt die Fliege hohe Temperaturen zwischen 23°C und 30°C. Je niedriger die Temperatur ist, desto länger dauert der Fortpflanzungszyklus, da die Fliegen ihre Aktivität bei sinkender Temperatur stark einschränken und es somit nicht zur Paarung kommen kann. Überschreitet die Raumtemperatur den oben genannten Bereich, kommt es ebenfalls zum deutlichen Einbruch der Fortpflanzungsrate. 

Etwa 2 Tage nach der Paarung kommt es schließlich zur Eiablage, bei der ein Weibchen ca. 600-1000 Eier ablegt. Einer derart hohe Anzahl an Eiern bietet die Möglichkeit des einfachen Hochskalierens des Larvenbestandes. Um einen Bestand zu halten, reicht es in der Regel aus, nur einen kleinen Prozentsatz der verpuppten Larven in den Lovecage umzusiedeln. 

Zur Ablage der Eier sucht sich das Weibchen schmale Spalte oder kleine Öffnungen, die sich in der Nähe einer Futterquelle befinden. Achte darauf, dass die Öffnungen nicht größer als 1 - 2 mm sind. Bei der Wahl eines geeigneten Ablagegefäßes sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Erfolgte Eiablage in den Schlitzen einer Kartonage.

Nach nur wenigen Tagen schlüpfen aus den frisch gelegten Eiern wieder die ersten Junglarven und der Zyklus beginnt erneut. Aus diesem Grund solltest du frisch gelegten Eier schnellstmöglich aus dem Lovecage nehmen und in einen neuen Zuchtbehälter legen.

Die Zucht der BSF ist kostengünstig und mit wenig komplexen Abläufen verbunden. Jedoch sollte nicht unterschätzt werden, dass sie dennoch mit einem sehr hohem Arbeits- und Zeitaufwand einhergeht. Vor Allem solltest du dir bewusst sein, dass du hier mit lebenden Tieren arbeitest. Nimm deine Aufgabe daher sehr ernst und sei dir bewusst, dass du als Züchter die Verantwortung für das Wohl der Tiere trägst.


Was fressen Soldatenfliegenlarven?

Die Soldatenfliegenlarve ist ein Allesfresser. Diese Eigenschaft lässt die Larven der Black Soldier Fly zur Zeit ins internationale Rampenlicht rutschen. Die Fähigkeit, organische Reststoffe jeder Art in wertvolles Protein umzuwandeln, macht die Larve zur ‘Superlarve’. Dies kann ein entscheidender Schritt für die Wiederverwertung von Lebensmittelabfällen sein. Und dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Lebensmitteln es sich handelt. Tatsächlich ist die Soldatenfliegenlarve nicht sehr wählerisch:

Abfälle aller Art, tierische und menschliche Exkremente, Haushaltsabfälle, Klärschlamm, Schlachtabfälle, Früchte- und Gemüseabfälle, Müllereinebenprodukte, Trester, Fischabfälle, Zuckerrübenschnitzel, Algen, Melasse, Leinöl & vieles mehr stehen auf dem Speiseplan der kleinen Wundertiere

Doch sollte der Larve tatsächlich alles an organischen Stoffen vorgesetzt werden? Prinzipiell ja. Lediglich die Art und Beschaffenheit des Futters bestimmen die Geschwindigkeit, in der das Futter verstoffwechselt werden kann. Dies wiederum hat einen Einfluss auf die Entwicklung der Larven. Doch was genau bedeutet dies für die Zucht?

Wenn sich die Larve in der Natur vom Kot eines Pflanzenfressers ernährt, der verhältnismäßig wenig Energie beinhaltet, kann die Larve nur langsam ihre Fettreserven aufbauen und das Stadium der Vorpuppe erreichen. Frisst die Larve jedoch energiereiches Substrat, beispielsweise unverdautes Obst mit viel Glukose, kann der für die Verpuppung und Entwicklung notwendige Fettspeicher wesentlich schneller aufgebaut werden. Genau diese Eigenschaft macht die Larve der Schwarzen Soldatenfliege einzigartig. Das Insekt verfügt über einen hervorragenden Stoffwechsel, der es ihr ermöglicht, große Mengen an Nahrung umzuwandeln. Bei der BSF reichen circa 1,5 Kg Futtermittel aus, um 1 Kg lebende Larven herzustellen. Ein Futter-Fleisch-Verhältnis von 1,5 : 1 ist in der Fleischindustrie ein hervorragendes Verhältnis, in die Insektenwelt jedoch nichts Außergewöhnliches. Heimchen beispielsweise erreichen sogar ein Verhältnis von 1:1. Das liegt daran, dass bei Insekten 100 % konsumiert werden können, da weder Knochen, Haut etc. entfernt werden müssen. Bei der Betrachtung des Futter-Fleisch-Verhältnisses anderer Fleischlieferanten wird dieser Vorteil noch offensichtlicher.

Futter-Fleisch-Verhältnis verschiedener Tiere.


Wie werden Soldatenfliegenlarven getrocknet?

Der Trocknungsvorgang der Schwarzen Soldatenfliegenlarve ist leider ein Thema, mit dem sich viele nicht mit auseinandersetzen wollen, doch ähnlich wie bei anderen Masttieren ist auch dies ein Teil des Produktionsprozesses. 

Bevor die Larven getrocknet werden können, werden sie durch einen Temperaturschock devitalisiert. Dies geschieht im Normalfall durch Kochen, Frieren oder Hitzeschock. Dabei ist Schockgefrieren mit flüssigem Stickstoff die schnellste und effektivste Methode.

Das Trocknen der Larven kann auf zwei verschiedene Methoden erfolgen:

Im asiatischen Raum werden die Insekten größtenteils in großen Industriemikrowellen getrocknet. Dies ist aufgrund der anfallenden Strahlung in Europa nicht zugelassen. Hierzulande werden die Larven in Industrieöfen getrocknet, in denen die Insekten für mehrere Stunden verschieden temperierte Kammern durchlaufen. So werden auch unsere Bug Brothers Larven getrocknet: Schonend und ohne gefährliche Strahlung. Auch ein Blick in die Zukunft stimmt positiv: Durch Forschung und neue Verfahren wird die Trocknung der Larven immer schonender und tierfreundlicher!


Wie lagert man Soldatenfliegenlarven und andere Futterinsekten am besten?

Die Lagerung der Schwarzen Soldatenfliege gestaltet sich ebenfalls recht einfach. Dabei müssen wir lediglich wie folgt unterscheiden: 

  • Lebende Larven
  • Devitalisierte Larven
  • Getrocknete Larven

Das lebende Insekt sollte vor der Einlagerung vom Futtermittel und seinen Ausscheidungen befreit werden, da sonst Schimmelbildung und nachfolgende Keimbildung droht. Außerdem würde die weitere Zugabe von Futter die Entwicklung der Larve vorantreiben, was je nach Zweck der Lagerung unerwünscht ist. Demnach reicht es aus, die lebenden Larven in einen Behälter zu füllen, der mit ausreichend frischem Sauerstoff versorgt ist. Eine kühle Lagerung von 12 °C - 16 °C der Insekten verlangsamt zudem den Stoffwechsel, so dass die Larven in diesem Zustand viele Wochen überleben können. 

Die devitalisierten, noch ungetrockneten Larven beginnen ohne entsprechende Lagerung an zu schimmeln. Dies ist zu vergleichen mit Fleisch aus dem Supermarkt. Obwohl dieses keimfrei verpackt wird, ist es bereits nach kurzer Zeit ungenießbar und sollte entsorgt werden. Wir raten daher dringend von einer Lagerung von devitalisierten Larven ab.

Getrocknete Larven lassen sich problemlos mehrere Monate lagern. Trocknung und Sterilisation eliminieren die beiden Verfallsbeschleuniger, nämlich Feuchtigkeit und Keime. Solang die getrockneten Larven trocken gelagert werden, spricht nichts gegen eine längerfristige Einlagerung. 

Hund Bug Brothers Schwarze Soldatenfliegenlarven

Unser Bug Brothers Sack zur Lagerung von getrockneten Larven.


Welche Nährstoffe enthalten schwarze Soldatenfliegenlarven?

Die Schwarze Soldatenfliege besticht durch ihre Fähigkeit, organische Reststoffe in wertvolles Protein umzusetzen. Ein Blick auf die Nährwerte verrät, dass dies nicht der einzige Vorteil des kleinen Insekts ist, sondern die Nährstoffbilanz gerade im Hinblick auf Tierfutter viel Potential bietet. Diese sind jedoch stark von der Ernährung abhängig und können daher weit streuen. Doch lassen wir die Zahlen für sich sprechen:

  • Protein / Fette: 
    • Rohprotein: 35 - 45 %
    • Rohfett: 25 - 45 %
    • Rohasche: 6 - 10 %
  • Mineralstoffe: 
    • Calcium: 0,7 - 1,2 % 
    • Phosphor: 0,6 - 1,2 %

Die vielen wichtigen Mineralien und Proteine, die die Larve der Hermetia Illucens in ihrem Körper ablagert, können vielseitig im Tierfutterbereich eingesetzt werden. Aufgrund des hohen Protein- und Mineralhaushalts sollte die Larve bei keinem Haustier auf der Speisekarte fehlen. 

Das nahezu perfekte Verhältnis von Calcium und Phosphor der Larve macht außerdem sie für Reptilien und Vögeln sehr attraktiv. Durch die hervorragenden Nährwerte wird das Wachstum gefördert und bspw. der Erhalt und Aufbau von Knochen, Zähnen und Schalen unterstützt. Außerdem helfen sie bei Muskelzittern und Krämpfen wirken. 

Doch eins steht fest: Egal ob Amphibien, Reptilien, Fischen oder auch Vögel, ob Larve oder fertig entwickelte Fliege der Soldatenfliege, eure Liebsten werden euch dieses hochwertige Insektenfutter danken.

Schwarze Soldatenfliegenlarve als Insektenfutter für Reptilien wie Schildkröten

Ein Reptil, dass nach einer getrockneten Soldatenfliegenlarve schnappt.


Soldatenfliegenlarven vs. Mehlwürmer

Schon seit Längerem ist die Schwarze Soldatenfliege unter Experten bekannt und rutscht nun in den vergangenen Jahren immer stärker in das internationale Rampenlicht. Doch wieso erfährt die schwarze Soldatenfliegenlarve neben all den anderen Insekten wie Heimchen, Heuschrecken, Maden und anderen Larven so viel Aufmerksamkeit? Die Antwort ist einfach: Haltung und Zucht des Insekts sind außerordentlich einfach und obendrein nachhaltig umsetzbar. Außerdem stechen die Nährstoffe aus der Masse hervor. Doch so viele Argumente für die Schwarze Soldatenfliegenlarve sprechen, einen dauerhaften Konkurrenten hat die BSF: Den Mehlwurm. 

Der Mehlwurm hat erst vor Kurzem die europäische Zulassung als Lebensmittel erhalten. Die Zulassung im Mai 2021 gilt als Meilenstein im Insektenbereich. Seither darf sich der Insektenmarkt an einem größeren Interesse der breiten Masse erfreuen. 

Im direkten Vergleich scheint auf den ersten Blick kein Sieger festzustellen sein, doch bei genauerer Betrachtung fallen verschiedene Vorteile der BSF als Insektenfutter gegenüber dem Mehlwurm (Tenebrio Molitor) und dem kleinen Mehlwurm (Alphitobius Diaperinus) auf.

  • Höhere Krankheitsanfälligkeit des Mehlwurms
  • seine Kultivierung dauert 8 bis 9 Wochen
  • In Afrika und den Mittelmeerregionen der Welt gilt diese Art als eine der Hauptschädlinge der Geflügelindustrie. Sie nimmt Geflügelfutter auf, überträgt Krankheiten und beschädigt Geflügelställe
  • Mehlwürmer sammeln sich immer in den Ecken der Zuchtbehälter und durchpflügen daher nicht regelmäßig das Futter

In all diesen Kategorien gehen die Schwarzen Soldatenfliegenlarven als Sieger hervor: Sie kriechen ständig durch das Futter, übertragen keine Krankheiten und ihr Lebenszyklus dauert nur 5 - 6 Wochen, wovon allein 14 Tage der Mast zuzuordnen sind. Hinsichtlich der Nährwerte kann man keins der beiden Insekten als eindeutigen Sieger küren. Je nach Wunsch des Verbrauchers erfüllt ein Insekt die Anforderungen besser. Unter Berücksichtigung aller Aspekte jedoch hat die Soldatenfliege eindeutig die Fühler vorne. Dies lässt vermuten, dass eine europäische Zulassung sicher nicht mehr lange auf sich warten lässt. 


Kann man die schwarze Soldatenfliegenlarve lebend kaufen?

Das Insekt ist in vielen Variationen erhältlich. Hauptsächlich unterscheidet man jedoch zwischen lebenden und getrockneten Larven. Die getrockneten Larven finden gerade dann Anwendung, wenn das Futter über einen längeren Zeitraum gelagert wird. Bei trockener und kühler Lagerung hält sich das devitalisierte Insekt über mehrere Monate und ändert seine Eigenschaften nicht. Auch die lebende Larve lässt sich über einen längeren Zeitraum erhalten. Sie ist jedoch geruchsintensiv und kann über die Zeit ihre Nährstoffe verändern. Zur Lagerung sollten folgende Punkte eingehalten werden:

  • Befreiung vom Futtermittel und den Ausscheidungen vor der Einlagerung 
  • Ausreichend frischer Sauerstoff
  • Eine kühle Lagerung von 12°C - 16°C verlangsamt den Stoffwechsel der Insekten, so dass die Larven in diesem Zustand viele Wochen überleben können

Doch für wen sind die lebenden Insekten interessant? Ein Großteil der Menschheit ekelt sich bereits bei dem Gedenken an lebende Larven, doch bei einigen Tieren weckt es den natürlichen Jagdinstinkt. Dies geschieht beispielsweise bei Vögeln und Reptilien, deren Trieb zur Jagd durch die Bewegungen der Larve hervorgerufen werden. 

Doch auch der Mensch nutzt die lebende Larve zur Jagd. Beim Angeln lockt der intensive Geruch zahlreiche Fische an und erhöht somit die Erfolgschancen. 

Doch bei der Suche nach Insektenfutter im Internet stößt man eher auf die getrocknete Larve. Dies liegt daran, dass diese Variante im Heimtiersektor oftmals aufgrund der einfachen Lagerung bevorzugt wird und die Tiere teilweise massenhaft aus Asien importiert werden. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass die trockenen Larven von Heimtieren bevorzugt werden.

 

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